Wie ich mit KI in einer Sitzung einen MP3-Downloader gebaut habe

Veröffentlicht am 17. Oktober 2026 · Kategorie: KI, Projekt, Python, Tools, Open Source

Manchmal braucht man keinen Projektplan, kein Lastenheft und keine Zeile Code – man beschreibt einfach in normalem Deutsch, was man haben will. Genau so ist mein MP3-Downloader entstanden: gesagt, recherchiert, gebaut. Keine IDE, kein langes Suchen, keine Dokumentation gewälzt. Hier die ganze Geschichte – und wie verblüffend einfach KI-Programmierung heute ist.

Die Idee: einfach gesagt, nicht programmiert

Der Auftrag an meinen lokalen Assistenten war ein einziger Satz:

„Erstelle einen MP3-Downloader. Suche im Internet nach allen möglichen Quellen – wenn der Nutzer ein Lied oder einen Interpreten eingibt, soll es immer gefunden werden, ggf. über YouTube oder alle möglichen legalen Quellen. Die Musik soll dann immer als MP3 gespeichert werden, ggf. konvertieren."

Mehr nicht. Danach hat die KI selbst nachgedacht: Welche Quellen gibt es? Welche funktionieren ohne Login? Welche sind legal? Sie hat die APIs getestet, sich für Openverse, Internet Archive, Wikimedia Commons und YouTube (via yt-dlp) entschieden und anschließend die komplette App geschrieben – GUI, Download-Logik, MP3-Konvertierung, Tags, Doku und Starter.

Schön nebenbei: Meine erste Idee war eigentlich, Spotify-Lieder herunterzuladen. Die KI hat das abgelehnt – das wäre DRM-Umgehung und rechtlich nicht sauber – und stattdessen die legale Variante vorgeschlagen. So habe ich es gern.

Das Ergebnis: eine echte Windows-GUI-App

MP3-Downloader GUI mit Suchfeld, Quellenauswahl und Trefferliste
Die fertige App: Titel oder Interpret eingeben, Quellen wählen, Treffer bekommen – 76 Treffer allein für „mozart".

Was die App alles kann:

MP3-Downloader beim Herunterladen mehrerer Titel
Im Einsatz: mehrere Treffer markiert und der Batch-Download läuft – die App wandelt jeden Treffer sauber in eine MP3 um.

Wie einfach war das? Sehr.

Der ganze Ablauf war ein Gespräch, kein Programmier-Marathon:

Unterm Strich: Ich habe keine einzige Zeile selbst geschrieben, keine Bibliothek nachgeschlagen und nichts installiert. Beschreiben, prüfen, fertig – das ist der ganze Trick.

Die ehrlichen Haken

Damit hier kein falscher Eindruck entsteht – es gibt ein paar Punkte, die man kennen sollte:

Fazit

Ein vollwertiges Stück Software – Windows-GUI, Netzwerk, Audio-Konvertierung, Tags, Doku – entstanden aus einem gesprochenen Satz und ein paar lockeren Nachfragen. Genau das ist der Reiz von KI als Werkzeug: Sie nimmt einem das Textbaustein-Gefummel ab, während man sich auf die Idee konzentriert. Wer Lust hat, kann die App direkt ausprobieren.

MP3-Downloader herunterladen

Im Paket stecken die komplette App (mp3_downloader.py), der Windows-Starter, die README sowie ffmpeg und yt-dlp inklusive. Entpacken, start_mp3_downloader.bat doppelklicken – läuft. Es ist nichts weiter zu installieren.

⤓  MP3-Downloader herunterladen

Windows-GUI-App (ZIP) · Python + Tkinter · ffmpeg & yt-dlp enthalten

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Mein JARVIS-Projekt: Ein komplett lokaler Sprachassistent im Iron-Man-Stil

Veröffentlicht am 16. Oktober 2026 · Kategorie: KI, Projekt, Lokale KI, Sprachassistent, Open Source

„J.A.R.V.I.S. – Just A Rather Very Intelligent System." In den Iron-Man-Filmen ist er Tonys rechte Hand: Stimme, Gedächtnis und Kontrollzentrum in einem. Ich habe mir meinen eigenen gebaut – und zwar komplett lokal. Kein Cloud-Dienst, kein Token-Abo, keine Daten, die das Haus verlassen. Was dabei alles passiert ist, welche Modell-Odyssee dahinter steckt und wie du ihn selbst installierst, steht hier.

Was ist JARVIS?

JARVIS ist ein Sprachassistent, der auf dem eigenen Rechner läuft und sich wie im Film anfühlt:

Der komplette Ablauf: Mikro → Whisper → OpenCode → Modell → Piper. Alles auf deiner Hardware, alles offline möglich.

Der Film-Look: das Web-HUD

Das Herzstück der Optik ist die Weboberfläche. Ein animierter Arc-Reactor mit rotierenden Ringen, Tick-Kranz, Partikeln und pulsierendem Kern, dazu Statusanzeige, Fortschrittsbalken (Audio-Analyse links, Token-Engine rechts) und stilvolle Untertitel im Wechsel DU / J.A.R.V.I.S. / SYSTEM. Der Look ist bewusst an das Filmlabor angelehnt – dunkles Blau, Neon-Cyan, holografisches Leuchten.

J.A.R.V.I.S. Web-HUD mit Arc-Reactor und Untertiteln
Das Web-HUD: Arc-Reactor, Statusleiste, Untertitel und Sprach-Dock – komplett in HTML/Canvas, lokal ausgeliefert.

Bedient wird das Ganze unten über das Dock: Textbefehl eintippen oder den „Sprechen"-Button (bzw. die Leertaste) drücken. Die Untertitel bleiben stehen, solange Jarvis zuhört, denkt oder spricht – und verschwinden erst etwa 20 Sekunden nach Ende der Sprachausgabe, damit der Bildschirm wieder frei wird.

Alles einstellbar – direkt im HUD

Statt Konfigurationsdateien zu editieren, hat das HUD einen kompletten Einstellungs-Dialog mit sechs Tabs bekommen:

Einstellungen – Tab Gehirn mit Modellauswahl
Tab „Gehirn": Modus-Schalter, lokale Modelle auswählen – die Dropdown-Liste wird per Klick befüllt.
Einstellungen – Tab Stimme
Tab „Stimme": Piper-Stimmen mit lokaler Hörprobe.
Einstellungen – Tab Sozial
Tab „Sozial": Facebook, Instagram & TikTok über offizielle APIs.
Einstellungen – Tab Gedächtnis
Tab „Gedächtnis": merkt sich nur explizite Fakten oder lernt aus Gesprächen – alles lokal in data/memory.json.

Die Arbeit dahinter – eine ehrliche Chronik

So ein Projekt entsteht nicht in einer Stunde. Hier die wichtigsten Etappen, die in den Sitzungen wirklich angefallen sind:

💥 Der Absturz und seine Ursache

Zuerst ist Jarvis unter WSL „eingefroren". Die Spur lag nicht im Code, sondern in Windows: Die Live-Kernel-Reports zeigten mehrfach Kernel_141 = VIDEO_ENGINE_TIMEOUT_DETECTED (TDR) – die GPU hatte sich aufgehängt, Windows hat den Treiber zurückgesetzt. Auslöser: Ein zu großes Ollama-Modell lief gleichzeitig mit dem Speech-to-Text auf der GPU. Lehre: Die Modellgröße muss in den VRAM passen, sonst gibt es GPU-Timeouts.

🪟 One-Click-Start unter Windows

Damit es kein Gebastel bleibt, gibt es jetzt start_jarvis.bat (und eine unsichtbare .vbs-Variante). Ein Doppelklick prüft und installiert bei Bedarf WSL + Ubuntu, alle Systempakete (ffmpeg, zstd, espeak-ng …), Ollama + Modelle, die Python-Umgebung, die Piper-Stimmen und startet danach das Web-HUD. Unter Linux reicht ./install.sh und ./run.sh.

🧠 Die Modell-Odyssee

Der spannendste Teil war die Suche nach dem „richtigen Gehirn". Kurzfassung der Stolpersteine:

Die Lösung: ein abgeleitetes Modell mit 32k-Kontext und abgeschaltetem Denken – final qwen3-14b-32k, das schnell, deutschstark und tool-fähig ist.

🛠️ Selbstständigkeit erzwingen

Anfangs hat der Assistent Aufgaben reflexartig an Unteragenten delegiert, den falschen Skill geladen und dann Erfolg behauptet, ohne etwas zu prüfen. Mit klaren Regeln im AGENTS.md („arbeite selbst", „keine Skills", „Werkzeuge benutzen statt beschreiben", „erst nach Prüfung als fertig melden") und dem Abschalten von Subagenten arbeitet Jarvis jetzt selbstständig und nachvollziehbar.

🌐 Internet im Direkt-Modus

Im schnellen Direkt-Modus (ohne OpenCode) hatte Jarvis zunächst kein Internet. Jetzt hat er eine eigene Suche: web_search (Bing, ohne API-Key), web_fetch und ein news-Tool für echte Schlagzeilen – inklusive Tool-Calling-Schleife und einer Sprachausgabe, die keine URLs mehr vorliest.

📱 Soziale Netze & Projekte

Neu sind außerdem die Integrationen für Facebook, Instagram und TikTok (ausschließlich über offizielle APIs mit Tokens, keine Passwörter) und ein Standard für neue Projekte: Sagt man Jarvis „bau mir ein Tool", legt er automatisch den Ordner projekte/<name>/ an und arbeitet nur dort.

Hardware: Was brauchst du?

Der Installer ist schlau: Er lädt immer das kleine phi4-mini und zusätzlich qwen3:14b, sobald mindestens ~11 GB VRAM vorhanden sind. So läuft JARVIS vom schwachen Laptop bis zur Workstation – du musst nichts von Hand auswählen.

🪶 Minimal – das kleinste Modell (CPU-only)

Auf so einer Maschine nutzt du für die Spracherkennung ein kleines Whisper-Modell (tiny/base) und die Antworten kommen spürbar langsamer – aber es funktioniert vollständig offline.

✅ Empfohlen – der Sweet Spot

🚀 Ideal – maximale Leistung

Übersicht

Klasse Hardware Modell
Minimal 4–8 GB RAM, CPU-only (auch Raspberry Pi 5) phi4-mini (~2,5 GB)
Empfohlen 16 GB VRAM, 16–32 GB RAM qwen3-14b-32k (~14 GB)
Ideal 24 GB+ VRAM, 32–64 GB RAM deepseek-r1:32b / Qwen-Coder 30B

Faustregel: Bei Q4-Quantisierung brauchst du grob 0,6–0,7 GB Speicher pro Milliarde Parameter, plus Reserve für den Kontext. Wichtig: Das Modell muss in den VRAM passen – läuft es über, ruckelt es oder es kommt zum gefürchteten GPU-Timeout (TDR), genau wie in der Chronik oben beschrieben.

Warum lokal?

Fazit

JARVIS ist für mich der Beweis, dass lokale KI längst kein Kompromiss mehr ist: ein vollwertiger Sprachassistent mit Film-Feeling, echten Tools und null Cloud-Abhängigkeit. Es steckt viel Debugging in der Modell-Auswahl – aber genau das macht den Reiz aus. Und das Beste: Man kann ihn in wenigen Minuten selbst aufsetzen.

JARVIS herunterladen

Das komplette Paket enthält den Installer, das Web-HUD, die Skills (Mail, Kalender, PC-Steuerung, Social, Internet) sowie Start- und Deinstallations-Skripte. Der Installer richtet unter Windows automatisch WSL, Ollama, die Modelle, die Python-Umgebung und die Stimmen ein – unter Linux genügt ein Skript.

Ein Klick, ein Doppelstart – und J.A.R.V.I.S. übernimmt.

⤓  JARVIS herunterladen

Installationspaket (ZIP) · Windows & Linux · alles Weitere erledigt der Installer

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